Bildung und Schulen für Expats in Spanien | KOCH Umzugslogistik
Ein Umzug nach Spanien stellt Familien vor viele Herausforderungen, insbesondere wenn es um die Bildung der Kinder geht. Das spanische Bildungssystem unterscheidet sich in einigen Punkten vom deutschen Schulsystem – vor allem durch sein integratives Modell ohne frühzeitige Selektion, die gesetzliche Schulpflicht von sechs bis 16 Jahren und die hohe Bedeutung der Universidad Española mit der zentralen Zugangsprüfung EBAU (Evaluación de Bachillerato para el Acceso a la Universidad). Das spanische Bildungswesen ist dezentral organisiert: Die Autonomen Gemeinschaften tragen die Hauptverantwortung für die Verwaltung und Durchführung der Bildungspolitik in ihren jeweiligen Hoheitsgebieten, während das nationale Bildungsministerium für die grundlegende Gesetzgebung und die übergeordnete Steuerung zuständig ist. In diesem Artikel werfen wir einen Blick auf das spanische Bildungssystem, die besten internationalen Schulen in Madrid, Barcelona, Valencia und Málaga sowie die verschiedenen Optionen für kleinere Kinder, damit Sie bestens informiert und vorbereitet nach Spanien auswandern können.
Internationale Schulen in Spanien
Für Familien, die nach Spanien auswandern, bieten internationale Schulen eine hervorragende Möglichkeit, ihren Kindern eine vertraute Bildung mit englischsprachigem Unterricht zu ermöglichen. Spanien verfügt über eine große Auswahl an internationalen Schulen, insbesondere in den Großstädten und Ballungsräumen. Internationale Schulen in Spanien folgen entweder einem britischen (IGCSE, A-Levels), einem amerikanischen (High School Diploma, AP), einem International-Baccalaureate (IB)- oder einem spanischen Lehrplan (mit verstärktem Englischanteil). Hinzu kommen die deutschen Auslandsschulen, die nach deutschen Lehrplänen unterrichten und einen vertrauten Einstieg für deutschsprachige Familien ermöglichen. Spanien zählt sogar zu den zehn Ländern weltweit mit den besten internationalen Schulen, was die hohe Qualität des internationalen Bildungsangebots unterstreicht.
Deutsche Auslandsschulen in Spanien
Deutschsprachige Familien finden in Spanien ein exzellentes Netzwerk anerkannter deutscher Auslandsschulen vor. Insgesamt gibt es neun offiziell anerkannte deutsche Auslandsschulen, die vom Auswärtigen Amt bzw. der Zentralstelle für das Auslandsschulwesen gefördert werden. Darüber hinaus gibt es über 25 Schulen im PASCH-Netzwerk („Schulen: Partner der Zukunft“), einer Initiative des Auswärtigen Amtes zur weltweiten Förderung der deutschen Sprache. Hier die wichtigsten deutschen Schulen im Überblick.
Deutsche Schule Madrid (DSM) – Die 1896 gegründete Deutsche Schule Madrid ist die größte und traditionsreichste deutsche Auslandsschule Spaniens. Sie bietet eine durchgängige Ausbildung vom Kindergarten bis zum Abitur und folgt dem deutschen Lehrplan, ergänzt durch spanische Bildungsanforderungen. Deutsch ist die Hauptsprache im Unterricht, während Spanisch und Englisch intensiv gefördert werden. Die Schule legt großen Wert auf akademische Exzellenz, Mehrsprachigkeit und interkulturelle Bildung. Die DSM erscheint auf der Forbes-Liste 2026 und wird damit für ihre hochwertige, mehrsprachige und innovative Bildung ausgezeichnet. Die Schulgebühren liegen für den Kindergarten bei 680 € monatlich, für die Klassen 1 bis 4 bei 505 € monatlich und für die Klassen 5 bis 6 bei 542 € monatlich. Für die weiterführenden Klassen (7-10) fallen 583 € monatlich an, für die Klasse 11 sind es 639 € monatlich und für das Abiturjahr (Klasse 12, September bis April) 799 € monatlich. Hinzu kommen eine einmalige Aufnahmegebühr von 1.450 € sowie Mitgliedsbeiträge und Materialkontingente.
Deutsche Schule Barcelona – Die Deutsche Schule Barcelona zählt zu den renommiertesten deutschen Auslandsschulen in Spanien und bietet das Deutsche Internationale Abitur sowie das deutsch-spanische Doppeldiplom an. Die Schule wird vom Auswärtigen Amt gefördert und unterrichtet nach deutschen Lehrplänen.
Deutsche Schule Málaga (Colegio Alemán) – Diese Schule zeichnet sich durch bilingualen Unterricht (Deutsch/Spanisch) für Kinder von drei bis 18 Jahren aus und gilt als exzellente deutsche Auslandsschule, die vom Auswärtigen Amt anerkannt und gefördert wird. Sie bietet einen kontinuierlichen Bildungsgang vom Kindergarten bis zum Abitur.
Eurocampus Deutsche Schule Palma de Mallorca – Auf der Baleareninsel bietet der Eurocampus ein deutsch-internationales Bildungsprogramm für Kinder von drei bis 18 Jahren an. Die Unterrichtssprache ist Deutsch, und die Schule folgt den Richtlinien und Lehrplänen der anerkannten deutschen Auslandsschulen auf der Iberischen Halbinsel. Das Abitur berechtigt zum Studium in Deutschland und Spanien.
Deutsche Schule Santa Cruz de Tenerife – Diese vom KMK anerkannte Deutsche Auslandsschule auf den Kanarischen Inseln betreut Kinder von ein bis 18 Jahren mit einem maßgeschneiderten deutschen internationalen Lehrplan. Die zweisprachige Schule bereitet auf das deutsche Abitur und die spanische EBAU vor, sodass Absolventen Zugang zu Universitäten in Deutschland und Spanien haben. Die Schulgebühren bewegen sich zwischen etwa 4.050 € und 6.330 € jährlich.
Deutsche Schule Las Palmas de Gran Canaria – Ebenfalls auf den Kanaren bietet diese von der KMK anerkannte Deutsche Auslandsschule eine zweisprachige Erziehung nach deutschem Lehrplan für Kinder von drei bis 18 Jahren. Die Schule wurde mit dem Gütesiegel „Exzellente Auslandsschule“ ausgezeichnet und unterrichtet in kleinen Klassen mit Muttersprachlern aus Deutschland, Spanien und England.
Deutsche Schule Bilbao – Diese 1917 gegründete Deutsche Schule in Bilbao bietet ein maßgeschneidertes Curriculum vom Kindergarten bis zur Oberstufe und verleiht das deutsche Abitur mit einer Äquivalenztabelle für den Zugang zu spanischen Universitäten. Die Schule folgt einem durchgehenden Sprachkonzept über fünf Sprachen (Deutsch C2, Englisch C1, Baskisch B2, Französisch B1 und Spanisch) und wurde 2022 als „Exzellente Deutsche Auslandsschule“ ausgezeichnet.
Weitere deutsche Schulen in Spanien – Darüber hinaus gibt es unter anderem die Deutsche Schule Valencia, die Deutsche Schule Almería sowie mehrere staatliche Schulen mit DSD-Programm (Deutsches Sprachdiplom) in Madrid (IES Ramiro de Maeztu, IES Isabel la Católica, IES Cardenal Cisneros) und anderen Städten.
Internationale Schulen in den Regionen – Madrid, Barcelona, Valencia, Málaga
Auch außerhalb der Hauptstadtregion stehen internationale Schulen von hoher Qualität zur Verfügung. In Madrid hat sich neben den deutschen Schulen eine Vielzahl exzellenter internationaler Bildungseinrichtungen etabliert, darunter das Global College (eine innovative IB-Schule im Zentrum Madrids) sowie zahlreiche weitere englischsprachige Schulen. In Barcelonabietet die Barcelona High School (BHS) als beliebte internationale amerikanische Schule ein Programm für Schüler von drei bis 18 Jahren an. Weitere angesehene internationale Schulen sind die International School of Barcelona (ISB), die Benjamin Franklin International School sowie die Oak House School. In der Region um Valencia und an der Costa del Sol rund um Málaga, ebenfalls beliebte Ziele für internationale Fachkräfte, sind Elian’s British School (Santa Pola), die International School of Andalucía (Málaga) und die Sotogrande International School etablierte Einrichtungen.
Das spanische Bildungssystem
Das spanische Bildungssystem ist bekannt für sein integratives Modell, seine akademische Exzellenz und seine klare chronologische Gliederung. Die Schulpflicht in Spanien gilt für alle Kinder im Alter von sechs bis 16 Jahren, wobei die frühkindliche Bildung (Educación Infantil) ab drei Jahren sehr weit verbreitet ist, obwohl sie nicht verpflichtend ist. Der Unterricht findet entweder in öffentlichen Schulen (colegios públicos) statt, die unter staatlicher Aufsicht stehen und kostenlos sind, in halbprivaten Schulen (colegios concertados), die teilweise staatlich finanziert werden, oder in privaten Schulen. Die öffentlichen Schulen sind laizistisch (weltlich) ausgerichtet – eine wichtige Besonderheit des spanischen Bildungssystems. Die Grundstruktur gliedert sich in mehrere aufeinander aufbauende Stufen:
– Frühkindliche Bildung (Educación Infantil, 0-6 Jahre) – Diese Stufe ist nicht verpflichtend, aber dennoch besuchen fast alle spanischen Kinder in diesem Alter eine entsprechende Einrichtung. Sie ist in zwei Zyklen unterteilt: 0-3 Jahre (kostenpflichtige Kindertagesstätten) und 3-6 Jahre (kostenlos in staatlichen Schulen). Der zweite Zyklus dient der sozialen, sprachlichen und kognitiven Entwicklung und wird von den meisten Familien genutzt, um die Kinder spielerisch an die schulische Umgebung heranzuführen.
– Grundschule (Educación Primaria, 6-12 Jahre) – Sechs Jahre Grundschulbildung, die in drei Zweijahreszyklen (1.-2., 3.-4., 5.-6. Klasse) organisiert ist. Sie vermittelt grundlegende kulturelle Kompetenzen in Lesen, Schreiben, Mathematik, Naturwissenschaften, Musik, Kunst und einer Fremdsprache (in der Regel Englisch) und bereitet auf die Sekundarstufe vor.
– Sekundarstufe I (Educación Secundaria Obligatoria, 12-16 Jahre) – Vierjähriger Abschnitt, den alle Schüler gemeinsam durchlaufen. Es gibt keine Trennung in Hauptschule, Realschule und Gymnasium wie in Deutschland. Am Ende wird das offizielle Abschlusszeugnis Título de Graduado en ESO erworben.
– Sekundarstufe II (Bachillerato, 16-18 Jahre) – Zweijähriger, nicht verpflichtender Abschnitt, der den Hochschulzugang ermöglicht. Das Bachillerato ähnelt dem deutschen Abitur, berechtigt jedoch nicht automatisch zur Zulassung zu einem Hochschulstudium. Dazu muss anschließend die zentrale Zugangsprüfung EBAU (Evaluación de Bachillerato para el Acceso a la Universidad) bestanden werden, die auch als Selectividad bekannt ist.
– Berufliche Bildung (Formación Profesional) – Neben dem Bachillerato bietet Spanien ein umfassendes System der beruflichen Bildung, das in Grund-, Mittel- und Hochschulniveaus unterteilt ist. Der Unterricht findet vorwiegend in der Schule statt, ergänzt durch betriebliche Praktika.
Ein großer Vorteil des spanischen Systems ist sein integrativer Ansatz: Anders als in Deutschland, wo bereits nach der vierten Klasse eine Selektion in verschiedene Schulformen erfolgt, lernen alle Kinder in Spanien mindestens bis zum 16. Lebensjahr gemeinsam. Dies kann für deutsche Familien ein Kulturschock sein, bietet jedoch erhebliche Vorteile für die soziale Entwicklung.
Unterschiede zum deutschen Schulsystem
Im Vergleich zu Deutschland fallen einige Unterschiede besonders auf:
– INTEGRATIVES SYSTEM OHNE FRÜHE SELEKTION: Spanien setzt konsequent auf die Gesamtschule (Instituto). Das deutsche dreigliedrige System mit Hauptschule, Realschule und Gymnasium gibt es hier nicht. Erst nach der ESO – also mit 16 Jahren – entscheiden sich die Schüler für einen allgemeinbildenden (Bachillerato) oder beruflichen Weg (FP).
– LÄNGERE GEMEINSAME GRUNDSCHULZEIT: In Spanien bleiben die Kinder sechs Jahre gemeinsam in der Grundschule (bis 12 Jahre), während in Deutschland oft schon nach der vierten Klasse getrennt wird.
– ANDERES BERUFSBILDUNGSSYSTEM: Während in Deutschland das duale System (Betrieb plus Berufsschule) dominiert, findet die Ausbildung in Spanien (Formación Profesional) primär in der Schule statt, ergänzt durch Praktika.
– SPRACHENVIELFALT UND REGIONALSPRACHEN: In Spanien gibt es mehrere Amtssprachen. In Katalonien, im Baskenland, in Galizien, Valencia und auf den Balearen werden die Regional- und Landessprachen (Katalanisch, Baskisch, Galicisch, Valencianisch) im Unterricht verwendet. Dies kann eine zusätzliche Herausforderung für neu zugewanderte Familien darstellen, bietet aber auch eine einzigartige Chance zur Mehrsprachigkeit.
Kindergärten und Vorschulen (Educación Infantil)
Die Educación Infantil ist das Herzstück der frühkindlichen Bildung in Spanien. Sie ist pädagogisch gestaltet und bereitet die Kinder spielerisch auf die Grundschule vor. Die zweite Stufe (3-6 Jahre) ist zwar nicht verpflichtend, aber kostenlos und wird von den meisten spanischen Familien genutzt. Für jüngere Kinder (0-3 Jahre) gibt es kostenpflichtige Kindertagesstätten (guarderías), deren Gebühren je nach Region variieren. Die España bietet auch zahlreiche bilinguale und internationale Vorschulen, insbesondere in den Großstädten und an der Küste.
Fazit
Ein Umzug nach Spanien erfordert eine sorgfältige Planung des Schulwechsels. Es ist wichtig, sich frühzeitig über die verschiedenen Optionen zu informieren – je nach Region und den individuellen Bedürfnissen Ihrer Familie. Das spanische Bildungssystem bietet viele Vorzüge: eine integrative Struktur ohne frühzeitige Selektion, eine gesetzlich verankerte Schulpflicht von sechs bis 16 Jahren und ein hohes Maß an Bildungsqualität, insbesondere an den exzellenten internationalen und deutschen Auslandsschulen. Die dezentrale Organisation des Bildungswesens ermöglicht es den Autonomen Gemeinschaften, auf lokale Besonderheiten einzugehen, während das nationale Bildungsministerium für grundlegende Qualitätsstandards und übergreifende Bildungsziele sorgt. Ob öffentliche Schule, halbprivate Einrichtung oder private internationale Schule – mit der richtigen Vorbereitung und Unterstützung findet jede Familie den passenden Bildungsweg für ihre Kinder in Spanien. KOCH Umzugslogistik steht Ihnen als erfahrener Partner zur Seite, um Ihren Umzug nach Spanien reibungslos zu gestalten.

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